Dienstag, 3. Dezember 2013

Die Wahl des richtigen Kinderwagens (Kiwa)

So langsam geht es auf das letzte Trimester hin und in dieser Zeit sollte man die wichtigsten Ausstattungsgegenstände für den neuen Erdenbürger kaufen.
Hierzu zählt nebem dem Kinderzimmer und einem Autositz auch der passende Kinderwagen!

Wenn man sich mal bei solchen "Angeboten" umsieht, ist die Auswahl gigantisch. Man kann ein ganzes Set für 300€ oder aber für 900€ kaufen, doch wo liegt da der Unterschied? Zahlt man für Marken gleich den Namen mit oder gibt es wirkliche Qualitätsunterschiede?

Am Wochenende habe ich mich mal auf die Suche gemacht und informiert...




Übersicht
  • a) Kinderwagen   b) Sportwagen (Kombi Kinderwagen)
  • Buggy 
Im Prinzip unterscheiden sich beide nur im Thema Komfort und Handlichkeit. Ein Buggy ist sehr leicht zu transportieren und auch für den Einkauf ideal (da schmal), jedoch muss das Kind hier schon aufrecht drin sitzen können.

Ein Kinderwagen besteht aus einer Babywanne (Hartschale), in der das Baby wie in einem Bettchen drinliegt. Der Kombikinderwagen ist jedoch umbaubar, da man hier die Tragetasche (Babywanne) rausnehmen kann, um den Rücksitz anzuklappen. Noch dazu hat dieser Kombi-Kinderwagen meist eine Federung und drehbare Räder - ein richtiger Sportwagen halt.
Den Kombi-Kinderwagen kann man daher recht lange nutzen (Baby - Kleinkind).



Ausstattung

Für die Ausstattung und die Komfortmerkmale zahlt man wohl am meisten drauf. Hier sollte man sich vorab überlegen, welche "Einsatzorte" später gedacht sind, da gerade die Räder recht unterschiedliche Funktionen haben.

I: RÄDER: Es gibt 3 verschiedene Radsysteme beim Kinderwagen:

Foto Amazon
a) 4 gleich große Räder                                                                              b) 2 schwenkbare Räder                                               c) 1 schwenkbares Rad

Natürlich hat jedes System so seine Vor- und Nachteile, die man anhand einer kurzen Testfahrt im Geschäft nicht gleich erkennen kann.


a)  4 Feste Räder (gleich groß)
Die 4 festen Räder geben Sicherheit und Stabilität, dadurch kann man auch im Wald spazieren fahren! Diese Kombination ist daher meistens am schwersten, was das Gesamtgewicht (10-15kg) angeht. Die Wendigkeit in engen Geschäften ist somit kaum vorhanden. Auch ist die Kurvenfahrt wegen dem Gewicht anstrengend.

b) 4 Räder (2 schwenkbare)
Die frei schwenkbaren Räder führen zu einer hohen Wendigkeit und einer leichten Handhabung beim Fahren. Die kleineren Schwenkräder fahren sich jedoch bei Morast und unebenen Untergründen schnell fest. Für den Stadtverkehr und zum Einkaufen ist dieser leichte Wagen jedoch am besten geeignet (großer Stauraum).
Alternativ gibt es bereits Modelle mit feststellbaren Vorderrädern!

c) 3 Räder (1 schwenkbare)
Die leichte Bauweise und eine tolle Wendigkeit zeichnen den Buggy-artigen Kinderwagen aus. Aufgrund der 3.Punkt-Verteilung ist dieser Bauweise wenig für agile und ältere Kinder geeignet, da er schnell kippen kann.

Weiterhin kann man zwischen Vollgummi und Luftreifen-Rädern auswählen, hier hängt wie gesagt der Verwendungszweck stark von der Auswahl ab. Werde ich in Zukunft viel auf befestigten Wegen fahren oder eher auch mal outdoor? Die Luftreifen-Version ist natürlich (wie ein Fahrradreifen) anfällig für spitze Teile (Nagel, Schraube, Splitt).



II. FEDERUNG
Nicht nur die Räder sondern auch die Federung der Achsen tragen viel zum Komfort bei. Eine rückenschonende Fahrt für Babies ist nur möglich, wenn die harten Stöße (Bordsteinkante etc.) auch ordentlich abgefedert werden. Meistens handelt es sich um eine Metallfederung, die nicht immer sichtbar ist.
Auf holprigen Wegen sollte man (bei Luftreifen 1,6bar) immer etwas weniger Luft im Reifen haben, damit eine rückenschonende Federung stattfindet. 


Bei gebrauchten Kiwa sollte man auf eine gut funktionierende Federung (Metallfederung) achten!


III: GRIFF
Seit einiger Zeit gibt es Modell mit einem Schwenkgriff bzw. Schwenkschieber, dadurch kann man die Schiebeposition des Kinderwagens ändern. In der ersten Zeit nach der Geburt mag das noch nicht so wichtig sein, aber später möchte der Nachwuchs gerne sehen, wo es hingeht.
Der Schwenkgriff wird einfach über die komplette Babywanne gezogen und so hat man den Vorteil (bei 2 festen & 2 schwenkbaren Rädern), dass man die stabileren (feste) Räder in Fahrposition stellen kann. Bild
Zusätzlich gibt es höhenverstellbare Griffe bei einigen Modellen, dies erleichtert ein optimales Schieben für jede Frau (egal wie groß)

IV: GESTELL & VERARBEITUNG
Ein leichtes Alugestell bietet viel Stabilität bei gleichzeitig geringem Gewicht. Das Untergestell sollte aus einem Guss sein, da Plastikverbinder (Räderaufhängung) durch Abnutzung und Stöße schnell kaputt gehen.


V. BABYWANNE
Hier kann man zwischen Soft- und Hartschale wählen. Für neugeborene Babys und bei langer Fahrzeit sollte man nicht auf eine Hartschale verzichten (Rücken). Diese hat jedoch ein hohes Gewicht, ist dafür bei Wind und Wetter aber ein optimaler Schutz!
Die Softschale ist leicht zu entnehmen und wiegt nicht viel. Daher kann man hier auch nicht viel Halt und Komfort erwarten.





Wie entstehen also jetzt die Preisunterschiede?
  • Einerseits enthalten sogenannte Basissets nur die 3 wichtigsten Teile: den Kinderwagen, Babywanne (Liegeposition) und Sitzwanne (Sitzposition).
  • Andererseit fehlen teure Extra-Ausstattungen wie der Schwenkgriff.
  • Noch dazu muss Zubehör gekauft werden: Sonnenschirm, Regenschutz, Insektenschutz Fusssack, Adapter für Maxi Cosi
  • Quantität vs. Qualität ?



Basismodell (günstig 300€) 
Man erhält ein Set mit Kinderwagen mit Luftreifen, Spazierwagen & evtl. Babyschale (Lockangebot!)

Vorteil: Neues Set für günstigen Preis, meist Aluminiumgestell
Nachteile:
- Viel Zubehör (oft schlechte Qualität),
- kurze Babywanne (wenig Liegefläche, reicht 4 Monate!),
- hohes Gewicht (16kg-20kg!),
- einfache Luftreifen (made in China),
- billige Babyschale ohne Seitenaufprallschutz,
- schlechte Federung, viele Plastikteile
- schwergängige Feststellbremse
- hoher Chemieeinsatz (Stoffe).*
Auch ein Problem: Ersatzteile nicht mehr nachbestellbar

Modelle aus dem Billigbereich: ABC DesignZekiwa,   Hauck

Hier sollte man sich wirklich überlegen, ob man so ein Lockangebot mit Babyschale (Auto) kauft. Eine sichere und ordentliche Babyschale kostet >140€ (Stiftung Warentest), das wäre der halbe Kaufpreis von so einem "Sonderangebot"...


Topmodell (ab 600€)
Hier erhält man ein Set mit weniger Schnickschnack: Kinderwagen + Spazierwagenaufsatz mit Sicherheitsgurt.
Vorteil:
- verstellbares Federsystem (Doppelfederung)
- stabile und sichere Reifen (Luftkammern)
- stabile Bremsen
- große, belüftete Babywanne
- Schwenkgriff
- höherwertige Ausstattung & Sicherheitsmerkmale (5 Punktgurte, Reflektoren)
- großer Einkaufskorb
- kompaktes Faltmaß
- UV-Schutz (50+)

Nachteil: mittleres Gewicht 15kg

Modelle: Hartan Topline STeutonia Cosmo, Bugaboo Bee



Highend (ab 900€)
Vorteil:
- Niedriges Gewicht (12kg) dank Alugestell,
- feststellbare Vorderräder (2 fest, 2 beweglich)
- einstellbare Federung (4 Stufen)
- automatische Transportsicherung (Kippsicherheit)
- Schwenkschieber, verstellbarer Griff (Höhe),
- sehr kleines Faltmaß,
- mitwachsender Sicherheitsgurt,
- Sicherheitspolsterung im Kopfbereich
- sehr große Sportwanne (90cm)
- lange Haltbarkeit

- eloxalbeschichteter Rahmen (kratzresistent)

Nachteil: Hoher Preis

Modelle: Teutonia, JoolzBugaboo,







*Interessant: Viele Billighersteller werben mit dem Ökotex Standard 100 Siegel, um Käufer anzulocken. Dieses Siegel gilt aber allein nur für TEXTILIEN.
Somit können trotzdem überall Schadstoffe sein:
- Plastikgriffe mit PAK  (krebserregend, schädigen Fortpflanzungsorgane)
- Sichtfenster mit Weichmacher & Flammschutzmitteln


Wenn man bedenkt, dass im Sommer eine enorme Hitze herrscht und die UV-Strahlung auf die Abdeckung des Kiwa trifft, ist wohl offensichtlich, wie schnell hier dann giftige Dämpfe austreten!

Link Stiftung Ökotest




1 Kommentar:

  1. wir haben den Hartan Racer und ich kann ihn wirklich sehr empfehlen. Er ist robust, langlebig und praktisch. Man kann mit ihm durch jedes Gelände und er hat auch in meinen Polo gepasst

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Sag was, ich beiße nicht ;-)

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