Ich fühle mich heute
schlecht. Richtig schlecht und eigentlich schäme ich mich sogar.
Meistens reicht ja so ein schlechtes Gewissen für eine grundlegende Veränderung im Leben nicht aus, weil man negative Dinge schnell verdrängt, ignoriert oder wegsieht.
Am Wochenende räume ich meistens den (übergroßen) Kühlschrank auf und
schmeiße abgelaufene Sachen weg. Alte Eier kann man ja mit dem Glastest aussortieren und beim Joghurt schau ich einfach nach und rieche dran. Aber viele Lebensmittel landen trotzdem im Müll und das regelmäßig, weil ich keinen Kochplan oder etwas ähnliches aufstelle. Wir kaufen also nach Lust & Laune ein, so wie viele andere Leute auch.
Gestern habe ich (online) eine Doku über
Kinderarmut gesehen und mich prompt schuldig gefühlt. Und ich rede jetzt nicht von den "armen" Kindern in Österreich oder Deutschland, weil hier bei uns die Armutsgrenze bei 1.006€ (2 Personen) liegt.
Nein, ich meine richtige Armut, ich rede von Kindern, die (wahrscheinlich) keine Eltern mehr haben und sich alleine durch die kalte Welt schlagen müssen. Kinder, die im Müll rumstochern oder alte TV-Geräte (aus Europa) auskochen, um an die wertvollen Edelmetalle zu kommen, während sie die giftigen Dämpfe einatmen. Geschwister, die mit ihrem ganzen Hab und Gut irgendwo gemeinsam im Dreck schlafen, weil sie so etwas Wärme abbekommen.