Montag, 7. September 2015

Erste Hilfe für den Notfall

Wer ein Baby oder Kleinkind zu Hause hat, muss im schlimmsten Fall mit wirklich Allem rechnen. Der ganze Haushalt ist interessant und die bunten Flaschen im Bad sowieso.

Zu den häufigsten Notfällen zählen meist der Kontakt mit Reinigungsmitteln, Kosmetika, Medikamente und auch Giftpflanzen. Rund 90% aller Vergiftungsunfälle passieren mit Kindern (bis 6 Jahre), auch weil viele unserer Reinigungsflaschen und Pillen wie Lebensmittel aussehen.





Um im schlimmsten Fall sofort die richtige Maßnahme einleiten zu können, sollte man sich daher vorbereiten und informieren, was zu tun ist. Eine Broschüre zum Ausdrucken gibt es am Ende.












Wichtig: Wenn es sich offensichtlich um eine schwerwiegende Vergiftung usw. handelt, nicht lange zögern und die Rettung bzw. Krankenwagen rufen oder ins Krankenhaus fahren.Vorallem wenn das Kind erste Symptome anzeigt, die man selbst nicht erklären kann:
  • plötzliche Müdigkeit, 
  • Übelkeit, 
  • Erbrechen,
  • Schwindel, 
  • Bewusstlosigkeit.
Zusätzlich kann man den Giftnotruf anrufen, während man sich um das Kind kümmert!
Wenn man selber ins Krankenhaus fährt, immer eine zweite Person mitnehmen, falls es zum Atemstillstand kommt!

Gut zu wissen: In über 80% kann telefonisch durch Experten gleich Entwarnung gegeben werden.





Erste Hilfe am Kind


Übersicht
1. Vergiftungen
2. Verbrennung & Verbrühungen
3. Atemnot & Erstickung


Kinder stecken vieles in den Mund und probieren gerne kleine Snacks aus, die sie einfach finden (Pillen auf dem Nachttisch). Bunte Flaschen mit interessantem Inhalt und tollem Duft (Möbelpolitur, Nagellackentferner, Spülmittel) sind ganz besonders gefährlich und sollten daher immer unerreichbar verstaut werden. Oft wird die Neugier und der Unternehmungsgeist der Kindes deutlich unterschätzt!

Bei einer Vergiftung ist es daher sehr wichtig zu wissen, was das Kind genau geschluckt hat und ob man es erbrechen lassen sollte. Das Verschlucken von Laugen oder Säuren ist nämlich im ersten Moment nicht ganz so problematisch, wie das Erbrechen der selbigen Flüssigkeit.
Der Magen an sich enthält selber Salzsäure und verträgt bestimmte zugeführte Säuren in einem bestimmten Maß.
Lässt man das Kind jedoch erbrechen, wird die Speiseröhre erneut verätzt und bei enormer Schaumbildung kann davon auch etwas in die Luftröhre gelangen (Problem: Atemnot, Erstickung)



Hausapotheke:
- Tropfen mit Entschäumungswirkung (Wirkstoff Dimeticon/Simiticon)
- medizinische Kohle (Pulver) 5g je Kind
- Schmerzmittel
- Antihistaminikum gegen Verbrennungen & Insektenstiche



1. Vergiftungen

a) schäumend
  • Spülmittel, Putzmittel, Waschmittel
  • Badreiniger, Allzweckreiniger
  • duftende Kosmetika (Seife, Shampoos, Badezusätze)
    • Hilfe: Nachtrinken von 1 Glas Wasser (am besten mit Entschäumer wie SAB SIMPLEX, LEFAX)
Tipp: Putzmittel mit Bitterstoffe (Bittrex) kaufen!



b) reizend/ätzend (Laugen, Säuren)
  • Rohrreiniger, Chlorreiniger
  • Backofenreiniger 
  • Spülmaschinen Tabs
  • Lampenöl 
  • Batterien (Schwere Verätzungen im Magen-Darm-Trakt!!)
    • Hilfe: Giftnotruf! Sofort 1 Glas Wasser/Saft/Tee zu trinken geben! NICHT ERBRECHEN LASSEN!


c) giftig/ lebensgefährlich
  • Zigaretten, Kippenreste
  • Alkohol, Rasierwasser, Parfüm
  • Frostschutzmittel, Autobenzin
  • Medikamente (Nasentropfen, Schmerzmittel/saft, äth. Öle)
  • Giftpflanzen (Alpenfeilchen&Cyclamen, Efeu, Weihnachtsstern, Engelstrompete, Arnika, Tollkirsche, Maiglöckchen, Thuja, Buchsbaum)
  • Gartenzubehör (Dünger, Rattengift, Schneckenkorn) 
    • Hilfe: Giftnotruf! Evtl. 1 Glas Wasser/Saft/Tee mit Kohle zu trinken geben!



2. Verbrennungen

a) Verbrühung durch heißes Wasser/Kaffee

b) Verbrennung durch heißes Öl/Fettbrand
c) Verbrennung durch Feuer/Hitze (Backofen/Kamin)
  •  Hilfe: Mit kalten Wasser kühlen, max 15°C kalt (Sonst Kälteschaden); 2 Minuten Wasser laufen lassen. Kein Eis verwenden!
  • Kleidung entfernen, evtl. aufschneiden (Eingebrannte Kleidung nicht entfernen) Rettung!

Wichtig: Sobald die Wunde großflächig ist (größer als die Oberfläche eines Fingers), solle man ins Krankenhaus fahren! Brandblasen nicht öffnenm da Infektionsgefahr besteht.


Übersicht:
Verbrennung 1. Grades: Haut ist rot, geschwollen, heiß
Verbrennung 2. Grades: Blasenbildung, verstärkte Schmerzen
Verbrennung 3. Grades: Zerstörung der oberen und tieferen Gewebeschicht  (Schmerzen reduzieren sich anfänglich aufgrund der zerstörten Nervenenden)



3. Atemnot

a) Verschlucken & Einatmen
  • Lampenöl, Benzin  (schwere Atemnot!!)
  • Babypuder
  • Produkte mit Lösungsmittel (Farben, Lacke, Verdünnung, Nagellackentferner)
    • Hilfe: Sofort Rettung anrufen; Lüften

b) Verschlucken von Fremdkörpern
  • Mundraum kontrollieren (Fremdkörper/ Erbrochenes entfernen)
  • Säuglinge & Kleinkinder auf den Bauch legen = vorne übergebeugt (Knie eines Erwachsenen) und aufs Schulterblatt klopfen, damit sich der Fremdkörper löst
  • Gegenstände im Ohr/Nase nur mit ärztlicher Hilfe entfernen.
    • Hilfe: Rettung oder Krankenhaus
Wichtig: Der Luftröhrendurchmesser beträgt bei Kindern (1-3 Jahre) ca. 3,2cm. Alle Kleinteile (Lego, Batterien, Süßigkeiten) mit einer ähnlichen Größe kann somit stecken bleiben....







Merkblatt zur Prävention
von www.kindersicherheit.de


die Broschüre als gratis PDF von www.kindersicherheit.de



Unbedingt Ausdrucken! Enthält auf den letzten Seiten Merkblätter 
(Haushalt giftsicher machen; Pflanzenkunde)










Vergiftungs ABC vom Uniklinikum Saarland
Download





 Kinder Notruf von www.erste-hilfe-fuer-kinder.de 
Download Seite
Die Aufklärung von älteren Kindern im Haushalt ist sehr wichtig!


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