Freitag, 20. November 2015

Warum Knete nicht gleich Knete ist.... {Play Doh}

Wer sich schon einmal handelsübliche Knete angesehen hat, ist meistens nicht sehr glücklich mit den Nebenwirkungen: bunte Fingernägel, eingeschmierter Tisch/Tapete/Möbel und ein penetranter Geruch.

Die bekannte Play-Doh Knete gibt es in tollen Bastelsets ab 24 Monaten (auf Wasserbasis) oder 36 Monaten (dauerelastische Knete). Die Farben sind grell bunt, die Knete ganz weich und der Duft irgendwie süßlich. Zusätzlich gibt es immer peppige Verpackungen mit viel Zubehör wie Förmchen, Messer, usw. Daher spielen Kinder sehr gerne mit Play Doh.

Bastelset ab 2 Jahre



Laut Anleitung und Beschreibung bei Amazon ist diese Knete zwar nicht giftig, aber auch nicht für den Verzehr geeignet.. Aber was bedeutet das genau?

Kinder in diesem Alter knabbern und testen gerne neue "Stoffe" und da die Knetware oft mit Lebensmittelgleichenden Spielsets (Spagetti, Pizzaformen) verkauft wird, gibt es sicherlich häufiger solche Verwechselungen und Kostproben.







Zusammensetzung Play-Doh (von Hasbro)
  • Auf der allgemeinen Verpackung findet man wenig zum Thema, es werden nur bestimmte allergene Inhaltsstoffe wie Nüsse und Milchprodukte usw. ausgeschlossen
  • Ansonsten gilt die Zusammensetzung bis auf Mehl, Salz und Wasser als geheim, weil es sich ja um ein Spielzeug handelt!
  • Wer jedoch etwas genauer recherchiert, findet die Patentanmeldung von 2002 im Internet  (Aufklärungswebsite). Play-Doh wurde nämlich 1956 als Tapetenreiniger entwickelt^^

Link: Knetetester

Zusammengefasst sind die Inhaltsstoffe also nicht ganz so kindgerecht, wie uns Eltern das vorgetäuscht wird. Aber schließlich ist Knete kein Lebensmittel und daher gibt es keinerlei Regeln für die Zusammensetzung.


Stiftung Ökottest:
  • In einem Spielzeugtest der Stiftung Ökotest (Jahrbuch Kleinkinder 2007) kam es dann noch dicker, weil in der Play-Doh Knete Formaldehyd/-abspalter (krebsverdächtig!) nachgewiesen wurde.
  • Die fluoreszierenden Farben (durch Pigmente eingemischt) enthalten nämlich minimale Formaldehydrückstände, die aber laut dem Hersteller innerhalb der Grenzwerte der europäischen Norm liegen würden. Außerdem wird Play-Doh regelmäßig analyisiert und ist kindersicher. Durch ein neues Gutachten von Hasbro wurden keine Rückstände in der Knete gefunden.
  • Ein Jahr später wurde wieder Knete getestet (Jahrbuch Kleinkinder 2008) und wieder wurde die Play Doh Knete negativ aufgeführt: Es gab erneut Formaledhydabspalter nachgewiesen. In der Creative Fun Knete fand man sogar das giftige Schwermetal Blei!
  • Die Reaktion von Hasbro war die gleiche. Laut Stiftung Ökotest würde in den beiden Laboren offenbar unterschiedliche Analysemethoden verwendet werden und wahrscheinlich löst sich im deutschen Labor mehr Formaldehyd aus dem Knetmaterial.
  • Daraufhin gab es von Hasbro eine Pressemeldung an die besorgten Eltern, wo sich der Hersteller wieder mal auf Grenzwerte beruft:


Die Play-Doh Knete ist definitiv ein völlig sicheres und einwandfreies Produkt und entspricht in vollem Umfang den geltenden Anforderungen. Die Testmethoden, auf denen das Urteil der Zeitschrift Öko-Test basiert, entsprechen nicht den Methoden der für Knetmassen geltenden europäischen Norm“, kommentiert die LGA QualiTest GmbH die Bewertung der Zeitschrift Öko-Test. „Nach unseren Analysen liegen die ermittelten Werte an Formaldehyd unterhalb der analytischen Bestimmungsgrenze. Die Grenzwerte der europäischen Norm, die auf Grundlage von toxikologischen Erkenntnissen festgelegt sind, werden damit deutlich unterschritten.“


Fazit: Da das Labor von Hasbro die niedrigen Werte von Formaledhyd nicht analytisch aufdecken kann und  die europäischen Grenzwerte eh viel höher sind, ist es ja vollkommen unwichtig, ob solche krebsverdächtigen Stoffe enthalten sind. Nebenbei sind ja auch noch Borax (reizt Schleimhäute) und Erdölprodukte in der Knete drin.

Da bis heute die genaue Zusammensetzung für Käufer nicht ersichtlich ist, sollte man die Finger von der Play-Doh-Knete lassen.

Von unserem Bastelset bleiben jetzt nur noch die Ausstechförmchen übrig, 
der Rest wandert in den Müll!






Tipp: Selbstgemachte Knete: zum Rezept

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