Montag, 31. August 2015

DDR Kalender: der 9. und 10. Monat [Säuglingsunfälle]

Heute geht es weiter mit dem 9. und 10. Lebensmonat im Babykalender der DDR.Und ab jetzt an wird es sehr interessant, weil das Töpfchentraining beginnt und die Gefahren im Alltag beschrieben werden. Durch Beaufsichtigung und einige Vorkehrungen kann man nämlich 90% aller Säuglingsunfälle vermeiden...


In der DDR gingen die Kinder ja sehr frühzeitig in den Kindergarten/Krabbelstube und daher musste so schnell wie möglich (wenn das Kind aufrecht sitzen kann) mit dem Töpfchen-Training begonnen werden. Wie man das genau macht, zeige ich euch hier




Die Entwicklung:


Das Baby kann nun problemlos sitzen und krabbelt umher. Es spricht häufig "Mam mam mam" und erlebt täglich neue Entwicklungsschritte.
Das gemeinsame Spielen mit "Papi" ist daher genauso wie die Nähe der "Mutti" sehr wichtig. Aufgrund der besseren Erkennung der Gesichter (und somit auch Fremden) kann nun eine starke Phase (Fremdeln) auftreten. Das vorsichtige Heranführen an anderen Spielkameraden (Bsp. Spielgruppe) ist daher ein erster Schritt für ein offenes Wesen im späteren Leben.



Die ersten Sitzungen
Hier zeigt der Kalender zum ersten Mal richtigen Humor, weil Eltern natürlich das Pipi-Training nicht zu streng angehen dürfen und das Baby/Kind immer freundlich bestätigen müssen. Und deswegen darf " jeder Erfolg Anlass zur Freude sein".... Erinnert mich irgendwie an meinen Hund ("Jaaa super! Das hat er brav gemacht!!! fein!)


Die Ernährung
Das gleiche Schema: von 7 bis 7 ist die Küche auf, danach muss das Baby hungern und dürsten^^
Den beliebten Milchkakao kenne ich zumindest aus meiner Kindheit auch noch.





Auf der Kalenderrückseite wurde sich dann einem wichtigen Thema gewidmet:
Säuglingsunfälle und deren Vermeidung.

Und genau zum richtigen Zeitpunkt kommen folgende Ratschläge und Tipps, um Verletzungen usw. zu vermeiden. Im 1. Lebensjahr treten nämlich 1/5 aller tödlichen Unfälle bei Kindern auf.



Was passiert am häufigsten:

  • Erstickung durch zu weiche Kissen
  • Strangulierung durch zu lange Bindfäden
  • Hitzestau
  • Runterfallen vom Wickeltisch
  • Gefahrenquellen auf dem Boden
  • Verbrühungen und Verbrennungen
  • Fremdkörper einatmen oder verschlucken
  • Vergiftungen im Haushalt
  • Verätzungen

Die größte Problematik liegt sicherlich bei Treppen, Fenstern und Türen. Das Absichern mit Treppenschutzgittern zögert man oft zeitlich hinaus, weil das Kind ja ganz sicher noch nicht dahin kommt. Nach den ersten Unfällen wird dann meistens schnell ein Sicherheitsgitter besorgt.
Aber auch der Schutz von Steckdosen und das Abkleben von scharkantigen Tischen und Möbeln sollte man im Krabbelalter nicht vergessen: siehe Übersicht.


Tipp: Um Quetschungen zu vermeiden, kann man zwischen Türblatt und Türrahmen einfach ein Stück Moosgummi (mit doppelseitigem Klebeband) ankleben und fertig.






Bei Verätzungen durch Laugen und Säuren sollte man das Kind jedoch nie erbrechen lassen, da sonst die Speiseröhre stark verätzt wird. Die Magensäure an sich enthält ja auch aus Salzsäure!
Hier kann man gleich 100-200ml Milch zu trinken geben, weil dies die Säure neutralisiert (muss unmittelbar danach getrunken werden!).

Weitere Tipps gibt es hier: MedizInfo

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Sag was, ich beiße nicht ;-)

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