Samstag, 6. Dezember 2014

DDR-Kalender: der 3. Monat

Heute geht es weiter mit dem DDR-Kalender und einigen tollen Hinweisen für die Ernährung & Entwicklung.
Hier ist nochmal die komplette Übersicht vom Inhalt (Link)

 Der 3. Lebensmonat


Zum DDR-Kalender



Jetzt im 3. Monat wird es spannend im Kalender, weil einige Veränderungen anstehen. Bekanntlichermaßen werden Babies in dieser Zeit mobil und fangen an, sich zu drehen. 
Und deswegen schlägt der Kalender später auch einige Übungen für Säuglingsgymnastik vor. Dadurch soll nämlich die Entwicklung der Muskulatur gefördert werden.



SPIELZEUG:
Zu allererst fällt mir aber hier die kleine Giraffe auf, die mich stark an Sofie le Giraffe (sehr giftiges Kinderspielzeug - Stiftung Ökotest) erinnert.Aber vor 30 Jahren wurde das Kinderspielzeug glücklicherweise ja noch nicht in Fernost usw. hergestellt.

Im Kalender wird beim Thema Spielzeug darauf hingewiesen, dass alles sauber sein muss und nicht abfärben darf. Noch dazu sollte das Spielzeug nicht zu klein sein, um ein Verschlucken zu verhindern.
Auch wichtig: Solange das Kind noch nicht sitzen kann, darf Spielzeug (auch zweiseitig) über dem Kopf befestigt werden. Bei einseitiger Anbindung kann sich später eine Gliedmaße verheddern und abgebunden werden!

Das Thema Frischluft und Gesundheit wird natürlich auch angesprochen. AB einem Alter von 4 Wochen gehört ein Säugling (gut angezogen) an die Frischluft und kann dort auch schlafen.
Wenn Hals und Füßchen warm sind, ist das Baby richtig angezogen. Das Gesicht und die Hände können dabei kühl sein (lässt sich auch kaum vermeiden).

Bei Frost sollte man nur ins Freie fahren, wenn die Sonne scheint und max. 0°C sind. Je jünger der Säugling ist, desto kürzer sollte man draußen bleiben.


Ernährung:
Es gelten 5 Mahlzeiten pro Tag (6, 10, 14, 18, 22 Uhr) und man soll 2TL Fruchtsaft in jede Flasche geben (evtl. wegen den Vitaminen?).



Auf der Rückseite wird das kritische Thema "Krippe oder Pflegestelle?" besprochen. Irgendwie ist dieses Thema in jeder Zeit interessant, weil sich jede Mutter fragt, wo der Nachwuchs am besten aufgehoben ist. 

Hierzu muss ich natürlich erwähnen, dass in der DDR die Kinder spätestens schon mit 1 Jahr in die Krippe mussten, weil Beruf & Familie dies erwarteten. Ich kenne eigentlich niemanden (auch Großfamilien), wo die Mutter jahrelang zu Hause geblieben ist. In Westdeutschland war es häufig so, dass die junge Mutter dann zur Hausfrau mutierte und oft über die Einschulung hinaus beim Kind daheim blieb.

Zur Unterbringung für Babies (ab 10 Wochen!!) gab es in der DDR 3 Möglichkeiten:
Wochenheim (Mütter mit Schichtdienst), Tageskrippe oder Einzelpflege für chronisch kranke Kinder (kostenintensiv).

Und damit die Mütter auch ja wieder schnell arbeiten gehen, werden hier einige Vorteile der Tageskrippe aufgezeigt, die deutlich machen, wie schlimm es doch ist, das Kind erst später "abzugeben".


Wird ein Kind erst (zu spät) mit 2 Jahren in die Krippe gegeben, kann es sich nur schwer binden und Freundschaften knüpfen sowie Vertrauen aufbauen. 
Die Ängstlichkeit gegenüber Fremden und auch die neuen Eindrücke erschwerden dann bei einem älteren Kind den Einstieg.
Fazit:
"Ein normal entwicklungsfähiges, gesundes (und nicht besonders infektanfälliges) Kind wird in einer Krippe nicht nur schadlos gepflegt, sondern ihm werden Gemeinschaft und Orientierung auf andere Menschen frühzeitig nahegebracht.
Bei guter Pflege lernt es sich einzuordnen und zu behaupten. Es erwirbt sich Fähigkeiten, mit denen es auf dem Spielplatz und im Kindergarten gut ausgestattet ist. "


Irgendwie ziemlich krass oder? Wer sein Kind nicht gleich mit 7,8 Monaten abgibt, muss sich später mit starken Problemen auseinandersetzen, weil das Kind dann Anpassungsschwierigkeiten hat...


Übrigens: Wer sich hier auf dem Foto erkennt, soll mir schreiben! Offensichtlich waren die Kleinkinder alle gut genährt. Da muss ich mal ein Bild von mir damals rauskramen^^




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