Dienstag, 7. Oktober 2014

6 Monate und immer auf der Flucht


Ein ganzes halbes Jahr ist die kleine Prinzessin nun alt und plötzlich habe ich ein ziemlich quirliges Kind zu Hause, welches immer auf der Flucht ist. Da sie nun richtig gut krabbeln kann und sich sogar an Gegenständen hochzieht, beginnt eine ungeahnte Mobilität - Fluch & Segen zugleich.





Dass es jetzt so schnell geht und alles Schlag auf Schlag folgt, hat mich irgendwie etwas überrumpelt. Natürlich konnte ich im Buch "Oje ich wachse" (Übersicht) die einzelnen Entwicklungsschritte vorab durchlesen, aber im Prinzip sind das ja nur Richtwerte, oder? Jedes Kind entwickelt sich nun mal anders, habe ich gedacht...



Buch "Oje ich wachse"
Noch vor 4-5 Wochen habe ich mir die passenden Seiten (Lebenswoche 27) durchgeblättert und wir haben uns gemeinsam fast kaputt gelacht, als da stand: Es krabbelt der Mutter hinterher. Das Baby wird sich an Gegenständen hochziehen und stehen. Es läuft mit Unterstützung.

Ich konnte mir vor einem Monat überhaupt nicht vorstellen, dass in so kurzer Zeit soviel passiert. Sie ist doch erst noch mit dem Bauch auf dem Boden gerobbt (hier) und machte eher Übungen zum Thema Trockenschwimmen....Aber mit 25 Wochen sah das dann schon so aus:




Krabbeln:
An sich ein komplexer Bewegungsablauf, da ein Baby zuerst die Balance halten muss (Vierfüßlerstand) und dann jeweils einen Arm und das entgegengesetzte Bein bewegen muss. Und dann kommen auch noch Bodenfallen, die überwunden werden müssen.
  • Wenn sie über ein Kissen krabbelt, kann sie meistens den abfallenden Weg danach nicht ausgleichen. Die Hände verheddern sich und BUMM! fällt sie aufs Gesicht.
  • Wenn sie irgendwo umherkrabbelt und man spricht sie an, hebt sie den Kopf und vergisst den Gewichtsausgleich und BUMM! fällt sie um. 
  • Jegliche Ablenkung vom Krabbeln führt daher bisher häufig zu Unfällen..
Es ist also eine Zeit des Schreckens, weil sie nun alles erkunden will und auch kann. Nichts ist mehr sicher, weil alles untersucht werden muss. Und das ist manchmal anstrengender für mich, als für sie....

Alle 20 Sekunden ist sie woanders und macht irgendeinen Quatsch:
  1. Sie zieht sich am Stuhlbein/Sofa/Spielkiste/Wäschekorb hoch,
  2. wühlt im Trockenfutter rum und verteilt alles im Flur,
  3. wäscht sich die Hände im Wassernapf,
  4. fummelt an der Wand/Sofa rum, weil das Muster so schön ist^^
  5. blättert meine Kataloge durch, beißt in die Seiten,
  6. lutscht Feuchttücher ab, die sie findet,
  7. fällt auf die Nase, weil sich beim Krabbeln die Hände verheddert haben,
  8. stolpert über ein Mini-Kissen und schreit wie am Spieß,
  9. lacht sich aber kaputt, wenn der Hund über den Teppich rubbelt,
  10. leckt die Hundekekse ab und steckt sich die in den Mund,
  11. kreischt lautstark (ohne Grund) und erklärt mir die Welt
  12. UND knattert den ganzen Tag die Windel voll...





Stehen & sich hochziehen
Mit genau 6 Monaten (26 Wochen) hat uns die kleine Prinzessin einen ziemlichen Schrecken eingejagt. Sie stand Abends plötzlich im Gitterbett (auf oberste Stufe) und schaute frech über die Stangen. Mir ist fast das Herz stehen geblieben. Natürlich ist sie mehrfach umgefallen und das niedrige Nest (Bettumrandung) bot nur wenig Schutz. In der gleichen Nacht haben wir sofort ihr Bett auf niedrigste Stufe heruntergestellt und ein 2. Nest befestigt, weil sie doch immer recht plötzlich losgelassen hat und BUMM hingefallen ist.

Da sie den ganzen Bewegungsablauf erstmal üben muss, kommt es natürlich vermehrt zu Stürzen, die man durch geeignete Bodenmaterialien etwas dämpfen kann. Aber an sich kann man da nicht viel dran ändern, weil sie selber aus den Fehlern lernen muss, um sich vorsichtig hinzusetzen (mit Hilfe)
Nach rund 10 Tagen hat sie es bereits geschafft, sich vorsichtig an der Sofakante (niedrig!) herunterzulassen, statt einfach loszulassen und hinzufallen.
Sie schaut jetzt zu mir und streckt eine Hand aus, damit ich sie festhalte.

Das Hochziehen mit reiner Muskelkraft hat schnell geklappt (auch mit Schlafsack!), weil sie
dafür jeden Morgen und Abends im Gitterbett übt.


Sicherheit geht vor!
Wir haben das komplette Kinderzimmer mit Puzzlematten und Decken ausgelegt, damit sie nicht so hart fällt bei ihren Proben. Alle Steckdosen in Greifnähe wurden mit Sicherheitsverschlüsse gesichert.
Harte Kanten am Kleiderschrank und Schwingstuhl wurden mit Gummidichtungen entschärft.
Den Durchgang ins Arbeitszeimmer (viele Kabel usw.) haben wir mit einem Türschutzgitter geblockt.







Entwicklung:
Nachdem das Krabbeln schnell umgesetzt wurde (1 Woche vor dem 6-monatigen Jubiläum), hat sie schnell erkannt, dass manche Gegenstände - wie unser Sofa - recht praktisch sind, wenn man sich aufrichten will.


  • Mit 2,5 Monaten konnte sie den Kopf heben und von links nach rechts drehen
  • Mit 3 Monaten hat sie sich vom Rücken auf den Bauch gedreht (rechts rum) (hier)
  • Mit 3,5 Monaten hat sie sich nach linksrum gedreht
  • Mit 4 Monaten begann sie das Kreisrutschen im Bett und konnte den Oberkörper abstützen  (hier)
  • Mit 5 Monaten hat sie angefangen zu robben (kann Bauch nicht anheben)
  • Mit 5,5 Monaten stellte sie sich in den Vierfüßlerstand
  • Mit 6 Monaten begann sie zu krabbeln. Der 1. Zahn ist durch!
  • Mit 6,5 Monaten zieht sie sich am Hocker/Sofa hoch; kann an den Händen (gehalten) gehen. Der 2. Zahn ist nun auch durch.


Auch die Motorik ist besser geworden:
Sie kann ein Stück Banane prima alleine halten (immer noch in der Lieblingshand links) und isst auch Kekse/Hirsekringel ohne Hilfe.
Sie sitzt ohne Hilfe und kann dabei alle möglichen Sachen an sich reißen und zerstören. Sie liebt es die tägliche Werbepost zu zerfetzen...






Gewichtsentwicklung:
Die kleine Prinzessin wiegt aktuell 8,5kg und ist ca. 66cm groß. Die Gewichtszunahme ist jetzt deutlich langsamer geworden, das merkt man auch an der Kleidung. Sie trägt derzeit Gr. 68, bei den Hosen jedoch 74 (wegen dem Bäuchlein).

Sie hat eine sehr feste Figur, aber keine Speckringe.






In den letzten 4 Wochen hat sie (vergleichsweise) wenig zugenommen, weil die beiden unteren Zähne offensichtlich recht schmerzhaft waren. Oft hat sie nur die halbe Flasche getrunken und viel gesabbert.

Wenn ich mir aber die Gewichts-Perzentile der WHO ansehe, ist sie mit ihren 8,5kg absolut in der Norm und liegt auf der 85% Linie. Also sind nur 15% der Kinder in ihrem Alter noch schwerer als sie....






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