Montag, 4. August 2014

Baby Kalender aus den 80iger Jahren (DDR)

Ganz zufällig bin ich an diesen besonderen Kalender gekommen, der mittlerweile über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Junge Frauen zu Beginn der Schwangerschaft haben diesen recht ausführlichen Wandkalender erhalten und weil ja hier sicherlich kein Copyright mehr besteht, möchte ich euch diesen tollen Kalender in den nächsten Wochen mal vorstellen. Blatt für Blatt.

DDR Kalender


Übersicht & Inhalt:



Babykalender ca. 1980:


Der Kalender enthält nicht nur für jeden Lebensmonat wichtige Ratschläge, sondern auch andere Themen, die natürlich entsprechend der DDR Ideologie heute recht amüsant klingen.
















Der Baby-Kalender
--> Neuauflage kaufen


DER INHALT - Seite für Seite 
  • Teil 1:
    • Das Kind in der Familie
    • Die Frühschwangerschaft
    • Die Schwangerschaft
    • Die stabilen Monate
    • In den letzen Monaten
  • Teil 2:
    • Babys Aussteuer
    • Risiko Neugeborene
    • Das Neugeborene
    • Stillen ist wieder modern
    • Wickeltechnik
  • 1. Monat 
    • das Baby badet
    • Ernährung
    • Mahlzeiten & Mengen
    • Fläschchen & Sauger
  • 2. Monat
    • Entwicklung (Schnuller vs. Daumen, Bauchlage)
    • Tagesplan
    • Zeiteinsparung für die Mutti
  • 3. Monat
    • Krippe oder Pflegestelle?
  • 4. Monat
    • Impfen bedeutet Gesundheit
    • Impfplan DDR
  • 5. Monat
    • der Schlaf
    • Säuglingsgymnastik 1-4
    • Kochrezepte
  • 6. Monat
    • Sitzen oder Kriechen?
    • Säuglingsgymnastik 4-7
  • 7. Monat
    • Turnen macht Spaß
    • Säuglingsgymnastik 8-10
  • 8. Monat
    • das Baby ist krank
  • 9. / 10 Monat
    • Säuglingsunfälle sind vermeidbar
  • 11. / 12. Monat
    • Erziehung schon im Säuglingsalter
    • Entwicklungsprotokolle
    • Wie geht es weiter?


DDR Säuglingsgymnastik






Allgemeines:
In der damaligen deutschen demokratischen Republik gab es rund 60 Milchbanken, die gespendete Milch (gegen Prämie für die Spender) für Frühchen und Notfälle bereithilt. Diese rettende Milch war äußerst wichtig, da es ja behanntermaßen häufig zu Rohstoff- und Lieferengpässen kam. Zumindest in den Kliniken wurden junge Mütter zum Stillen angehalten, aber danach war es allgemein recht stillunfreundlich. Viele Mütter haben frühzeitig auf künstliche Milch umgestellt, die für damalige Verhältnisse nicht wirklich der Muttermilch ähnlich war.

Im Krankenhaus gab es kein "Rooming Inn", die Säuglinge wurden den Müttern praktisch weggenommen und nur alle 4h vorbeigebracht (nachts gar nicht!). Die meiste Zeit haben also die Hebammen und Krankenschwester die Babies versorgt und gefüttert. Es gab sogar eine Wiegekarte, siehe hier.
Hatte eine Mutte eine Stillentzündung gab es beim Arzt ein Rezepte für Antibiotika und eins für Milch - abzuholen bei der Milchbank und diese gab es in jeder größeren Stadt (ab 50.000 Einwohner).


Stillen:
Viele Mütter haben damals über mangelnde Milch und Schreikinder geklagt, was wohl aufgrund der strikten 4h-Trennung sicherlich zusammenhing. Die Babies waren hungrig und schrien und durch das wenige Anlegen (nur 10-15 Min.) konnte sich wohl kaum genügend Milch bilden. Manch eine Mutter hat trotzdem einfach die Milch abgepumpt und entgegen der gesellschaftlichen Normen zwischendurch gefüttert und/oder gespendet. Durch die hohen Prämien konnten sich so manche Familien eine (teure) Küche kaufen...

Ältere (kriegserprobte) Generationen haben das Thema ganz einfach gehandhabt.


Hier ein Zitat aus einem Stillforum (Thema DDR Stillen):








Aber es war nicht alles schlecht in der DDR! 
1980 betrug das durchschnittliche Einkommen 800-1000 Mark, Lehrlinge und junge Leute verdienten ca. 500 Mark.Viele soziale Förderungen und Prämien unterstützten junge Menschen beim Familienstart.

  • staatliche Geburtshilfe (1000 Mark)
  • 26 Wochen Schwangerschaftsurlaub
  • Babyjahr (Freistellung)
  • gratis Kindergarten
  • vergünstigste Familienkredite (für jedes Kind wurden 1000 Mark erlassen)
  • Wohnungsvergabe bevorzugt für Familien






Wie ich an diesen Kalender gekommen bin: 

 Wie ich bereits hier (Thema Auswandern) erwähnt habe, bin ich gebürtig aus Brandenburg, sprich Ostdeutschland. Meine Eltern haben somit in der DDR gelebt und da ich 1983 geboren bin, ist dieser Babykalender ein Relikt aus meiner Vergangenheit. 
Meine Mutter hat ihn damals in der Schwangerschaft (vom Hausarzt?) überreicht bekommen und seitdem gut aufbewahrt.
Zur Geburt meiner Tochter hat sie mir dann diesen Kalender geschenkt. ;-)



Interesse am Babykalender?
--> PDF Downloaden (Kalender nur abfotografiert!)
 (Link folgt demnächst)


http://nachbarin2013.blogspot.co.at/2015/09/der-ddr-babykalender-in-neuer-auflage.html


--> Kalender kaufen als DIN A3 Farbkopie mit Aufhängung

 ____________________
 Stand: April 2016
 


Kommentare:

  1. Hallo,
    ich wollte mal fragen ob es nach dem 1. und 2. Teil des DDR Babykalenders auch noch die restlichen Blätter für die ersten 12 Monate in Babys Leben gibt? Ich interessiere mich sehr dafür, weil meine Mutter auch so einen Kalender hatte und sehr traurig ist, diesen weggeschmissen zu haben.

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  2. Hallo,

    ich habe den ganzen Kalender vollständig erhalten und werde in regelmäßigen Abständen alle Seiten online stellen.

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  3. Hallo ,
    Ich wollte mal fragen ob sie eventuell die Nahrungszeiten ab 4. Monat in ihren Blog stellen können? Da mein Kalender leider abhanden kam.
    Liebe grüße

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  4. Nabend,
    Ich wollte mal fragen, ob es den Kalender noch irgendwo zu kaufen gibt. Habe meinen damals weitergegeben und leider nie zurück bekommen. Heul. War mir damals, als unsere Tochter 1988 geboren ist, eine grosse Hilfe. Würde den Kalender gerne für meine Tochter haben wollen.
    Wer kann mir helfen???
    Liebe Gruesse

    Dörte

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  5. Hallo Dörte,

    den Kalender gibt es natürlich nirgends zu kaufen, weil jeder sein Exemplar aufbewahren will.
    Ich könnte den Kalender aber kopieren lassen, als Reprint sozusagen.

    lg

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    Antworten
    1. Das wäre ganz toll. Würde mich riesig darüber freuen. Sag mir bitte, was du dafür haben möchtest.
      Einen schönen Tag noch.
      LG Dörte

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  6. Hallo,
    Werde bald Opa, möchte meinem Kind den Kalender als Unterstützung geben.
    Sag mir bitte, was du für den Kalender als Reprint haben möchtest.
    MfG

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    Antworten
    1. Ich suche derzeit nach einer günstigen Möglichkeit, den Kalender zu kopieren und dann in Spiralbindung zu setzen.
      Leider tragen die Kosten derzeit 40-50€ und daher suche ich eine kostengünstigere Lösung.

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    2. Meine Tochter ist am 18.6 Mutter von Zwillinge geworden und ist offen für jeden . Da habe ich mich an den Kalender der DDR erinnert. Ist es möglich ihn als PDF Datei zu erwerben? annettschwabe@gmx.net

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  7. Hallo liebe Nachbarin, ich wünsche dir schoene Osterfeiertage. Hat sich bei dem Kalender schon was ergeben? Bis bald LG Dörte

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  8. Hallo. Ich bin auch total an diesem Kalender interessiert. Haben im Juni ein Kind bekommen. Leider geht hier der Kalender bist zum achten Monat und die versprochene PDF kann ich nicht finden. Haben Sie diese PDF schon und gibt es die Möglichkeit dieses zu bekommen?

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  9. Hallo,

    ich werde in den nächsten Tagen die restlichen Monatsblätter hier vorstellen und das das PDF (abfotografiert) zur Verfügung stellen.

    Wer eine Original (wieder mit Spiralbindung) haben will, kann sich bei mir melden (siehe KONTAKT oben),
    da ich derzeit den Kalender (A3!) einscannen lasse.

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  10. Eine tolle Idee!!!
    Ab wann wird der Kalender als pdf online sein?

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Sag was, ich beiße nicht ;-)

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