Mittwoch, 16. April 2014

Babyblues oder die Heultage einer Mutter

Nicht alle Mütter sind nach der Geburt überglücklich und zufrieden. Häufig finden sich Frauen in den ersten Tagen  in einem Tief wieder und wissen nicht warum.
Die Plazenta produziert im Körper während der Schwangerschaft bestimmte Hormone (Östrogenen, Endorphinen und Progesteron), die neben der Synthese von Proteinen usw. auch für Wohlsein sorgen.
Bei der Geburt "verliert" man ja praktisch die Plazenta oder den Mutterkuchen auf einen Schlag und das zieht dann sehr starke hormonelle Veränderungen nach sich.
Da eine gewisse Restkonzentration im Blutspiegel vorhanden ist, merkt man diese Umstellung nicht gleich sofort.  Der berühmte 3. Tag nach der Geburt ist meistens ausschlaggebend, wobei man sich als Frau praktisch in eine seelische Mimose verwandelt. Ärzte nennen das stimmungslabil oder die Heultage der Mutter.

Neben der hormonellen Umstellung treten natürlich noch stressbedingt andere Faktoren auf, die dann im Gesamtpaket dazu führen, dass man den Babyblues spürt:
Man befindet sich in einer ungewohnten Umgebung, muss ein schreiendes Kind alle 2-3h stillen, hat evtl. Schmerzen, das Nervenkostüm ist recht dünn und dann bringt irgendwas total Unwichtiges das Fass zum Überlaufen.




Was passiert?
Völlig grundlos (für Außenstehende) beginnt man zu weinen und kann einfach nicht aufhören. Eigentlich total unwichtige Dinge werden Auslöser für Heulkrämpfe und Mini-Nervenzusammenbrüche.

Wichtig:
Das Umfeld und der Partner sollten sich darauf vorbereiten und unterstützend zur Seite stehen.

Wie lange?
Natürlich kann niemand vorab sagen, wie lange man als Neo-Mutter angespannt ist und sich so traurig fühlt.
Im Durchschnitt spricht man von 3-7. Tag, abhängig davon wieviel Unterstützung man vom Partner  erhält.
Nach der Rückkehr vom Krankenhaus nach Hause kommt noch der Umstand hinzu, dass man als Mutter den Haushalt und sonstige Aufgaben wieder übernehmen will. Spätestens wenn man dann ganz alleine für das Neugeborene zuständig ist, kommen Selbstzweifel und Angst hinzu, den neuen Alltag nicht meistern zu können.



Was mir sehr geholfen hat:
1. Einen verständnisvollen Partner
2. Die Möglichkeit den Tränen freien Lauf zu lassen
3. Über Probleme sprechen zu können

Bereits im Krankenhaus musste ich oft weinen, weil viele Dinge nicht so funktionierten, wie sie sollten. Meine Erwartungen (Alltag mit Kind) trafen natürlich nicht zu und oft war ich überfordert. Das Kind war hungrig und schrie, ich sollte sie stillen und es klappte natürlich nicht sofort. Da sich weder das Baby beruhigen lässt, noch jemand anderes stillen kann, verzweifelt man an sich selbst und beginnt hemmungslos zu weinen.
Durch den Schlafmangel hat man dazu kaum die Nerven, auf bestimmte Anfragen einzugehen und fühlt sich einfach nur hilflos.

In einem Internetforum habe ich einen wichtigen Satz gelesen, der mir dann irgendwie geholfen hat:
"Es ist alles nur eine Phase und geht vorbei!"

Und es stimmt! Es geht nicht immer alles schief und das Baby schreit ja auch nicht grundlos. Irgendwann hat man sich als Team eingespielt und die Situation verbessert sich.

So richtig traurig war ich eigentlich nie, es war mehr die Überforderung und der Stress, was zu einem Gefühlsausbruch (auch vor Fremden) führte. Wo man sich vorher gehemmt und beschähmt weggedreht hätte, um die Tränen zu verstecken, weint man nach der Geburt einfach hemmungslos drauf los.

Aber was soll ich sagen: Manchmal muss einfach alles raus!
Spätestens nach 2 Wochen hat man sich im Alltag zurechtgefunden und kann mit einem lachenden Auge auf die ersten Tage zurücksehen.


Depression
Sollte die Traurigkeit länger anhalten, handelt es sich eher um die Wochenbettdepression. Hier muss man sich wirklich professionelle Hilfe holen. Ablehnung gegenüber dem eigenen Kind, tiefe Trauer, Panik & Angstanfälle oder Kontrollverlust können Symptome dafür sein. Link






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Sag was, ich beiße nicht ;-)

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