Montag, 3. Juni 2013

Auswandern und andere Alltagsprobleme

Wir sind ja vor einigen Jahren ausgewandert und da ich gerne "GOODBYE GERMANY" anschaue, möchte ich mal einiges zum Thema Auswandern sagen. Von den 83. Mio Deutschen wandern pro Jahr ca. 150.000 - 160.000 Menschen ins Ausland.

Bevor man sich blauäugig ins Abenteuer stürzt, sollten 3 Fragen geklärt werden.

1. Warum Auswandern?
2. Wohin ?
3. Wie ?




Im Prinzip gibt es nur 2 Hauptgründe, warum die Deutschen gerne auswandern.
a) Wegen dem Job (Berufschancen, Lebenskomfort, Selbstständigkeit)
b) wegen der Liebe / Familie


Was man allgemein feststellen muss:
Spontanauswanderer und Hartz4-Empfänger ohne finanzielle Reserve kommen schnell wieder nach Hause.
Denn der Start ins neue Leben (im neuen Land) kostet nun mal Geld. Punkt. Aus. Basta!


1. Warum will ich auswandern?
Diese Frage ist häufig schnell geklärt, da die Deutschen leider oft mal jammern und sich beschweren.
Hat man aber ernstere Absichten (wenig Berufserfahrung - keine Jobchancen, anderer Lebensstil, Träume, Wünsche, etc), sollte man sich im Internet informieren und auf jeden Fall mal das "Traumland" besuchen.

Was stört mich an Deutschland? UND wie sind die Menschen im Auswanderungsland so? Wie ist die Mentalität?
Wie ist die Berufssituation derzeit vor Ort? Was könnte sich dort für mich verbessern?
Man sollte immer bedenken, dass wir in Europa (D/AT/CH) eigentlich im Paradies leben:
  • Gratis Schulsystem, gratis Gesundheitssystem (Luxus wie Goldkronzen kosten natürlich extra), schnelle und kostenlose Notfallbehandlung (Ambulanz, gelber Engel), Pünktlichkeit, Transferleistungen (Kindergeld!), Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitslosengeld !
  • Wer also weiter weg auswandern will, sollt sich im Klaren darüber sein, dass solche Leistungen oft im Ausland etwas kosten und nicht selbstverständlich sind. Von den hygienischen Bedingungen und dem Lebenskomfort mal ganz abgesehen.
Der Auswanderungsgrund und die möglichen Verbesserungen (Lebenskomfort) sollten die Nachteile im Traumland also aufwiegen,schließlich verläßt man seine Heimat.
Der häufigste Grund ist und bleibt die schlechte Jobsituation in Deutschland. Wer qualifiziert ist und trotzdem keine feste Stelle findet, zweifelt schnell an sich selbst. Wie soll man so eine Familie ernähren?


Top5 Gründe
- Unzufriedenheit (Spießer-Mentalität, Bürokratie, Gesetze)
- schlechte Jobchancen (Zukunftsaussichten)
- Reiselust (Interesse an unbekannten Ländern)
- Gesundheit (Altersruhesitz in wärmeren Gebieten)
- Lebensqualität (Klima, mehr Sonne, Siesta)



2. Wohin auswandern?
Von den ca. 140.000 auswanderwütigen Menschen (2010) verteilt sich der Emigrantenstrom wie folgt:
  • 3.500 Niederlande
  • 4.900 Australien, 
  • 4.700 Türkei, 
  • 5.200 Afrika,  
  • 6.600 Frankreich, 
  • 6.700 Spanien, 
  • 8.500 England, 
  • 9.400 Polen, 
  • 10.800 Österreich,  
  • 13.000 USA, 
  • 14.600 Asien, 
  • 22.000 Schweiz...

Wieviele Menschen davon dann wirklich dauerhaft der Heimat fernbleiben, ist nicht genau bekannt. Man muss mit fast 100.000 Menschen rechnen, die jedes Jahr wieder zurückkommen (zurückgewanderte Auswanderer).

Warum jedes Jahr soviele Menschen gerade in die Schweiz auswandern, hat mehrere Gründe. Erstens bleibt man im deutschsprachigen Gebiet, dann verdient man dort fast das dreifache als Fachkraft und zu guter Letzt werden Vermögenswerte dort viel weniger besteuert.

Egal für welches Land man sich entscheidet, erst wenn man einmal live vor Ort war, hat man ein genaues Bild von den Lebensumständen.
  • Bleibt man in Westeuropa sind die Gegensätze erstmal nicht so stark (bis auf Mentalität, Lebensweise). 
  • Will man aber gleich auf einen anderen Kontinent (Australien, Amerika) steht man einem ganz anderen Lebensalltag (andere Jahreszeiten, anderes Klima, andere Infrastruktur ) gegenüber.
  • Wer das tropische Klima und das unendliche Regenwetter (Thailand, Indonesien) nicht kennt, ist auch erstmal geschockt und muss sich damit anfreunden (Kreislauf - feuchtes Klima, Schlangen im Haus).


3. Wie auswandern?
An den TV-Auswanderern sollte man sich kein Beispiel nehmen, da diese doch sehr oft überstürzt und unüberlegt auswandern. Je nachdem ob man Haus & Familie hat, muss man einiges vorausplanen.

1. Informationen einholen:
a) Europa (EU-Land):  In der Eu gilt freies Niederlassungs- und Arbeitsrecht.
b) restliche Länder:  Auswärtige Amt (Link) Bundesverwaltungsamt (Link)

Wichtig: 
- Welche Unterlagen brauche ich (Reisepass, Meldebestätigung, Nachweis finanz. Mittel, polizeiliches Zeugnis 
usw).  --> lange Vorbereitungszeit möglich
- Wo werden meine Qualifikationen anerkannt (evtl. übersetzen lassen)

2. Besuchen & Ansehen
Unbedingt einen Urlaub im möglichen Traumland vorab buchen und nicht blauäugig alles zurücklassen.
Oftmals sind Touristenorte im Winter ziemlich trist und düster oder die Einkaufsmöglichkeiten schließen.
Im Normalfall muss man eh vorher einmal hinfahren/hinfliegen, um eine Wohnung zu mieten usw.

3. Vorbereiten
Wer ins fremdsprachige Ausland will, sollte auch die entsprechende Fremdsprache lernen. Wer sich nicht mit den Nachbarn, Behörden oder Arbeitgeber verständigen kann, isoliert sich von selber. Diese Voraussetzung bricht fast 80% der Auswanderer das Genick (Goodbye Germany)..

4. Finanzielle Reserven
- Vorher erkundigen, ob bestimmte Rücklagen erforderlich sind.
- Durchplanen, wieviel Geld man für den Anfang braucht (Auto, Mietkaution, Möbel, Behörden, Krankenversicherung, Tierversand & Kosten Quarantäne, Containerversand)

5. Plan B zurechtlegen
- Was passiert, wenn ich keinen Job finde/halten kann?
- Wie lange reichen meine Reserven, wenn ich krank werde?
- Kann mir die Familie /Freunde finanziell aushelfen?
- Habe ich genügend Geld (Notreserve) für einen Rückflug?
- Könnte ich bei Freunden / Familien unterkommen?



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