Mittwoch, 13. März 2013

Hunde: Ernährung (Juniorfutter)

HUNDEERNÄHRUNG:

a) JUNIOR
Je nach Rasse und Größe des Hundes ist die Wachstumsphase mit 12-16 Monaten abgeschlossen. In dieser Zeit wächst das Skelett, die Muskeln & Sehnen werden konditioniert und das Gebiss entwickelt sich.
  • Kleine Rassen (bis 10kg) sind mit 11-12 Monaten ausgewachsen, müssen also ihr Geburtsgewicht (Bsp. 150g) pro Monat ordentlich steigern. Sie benötigen einen hohen Proteingehalt, um in der kurzen Entwicklungsphase schnell wachsen zu können (Rohprotein 25-30%).
  • Große Rassen (30kg) sind mitunter erst nach 1,5 Jahren ausgewachsen und legen teilweise pro Monat 3-4kg an Gewicht zu. Große Hunderassen dürfen aber nicht zu schnell wachsen (max. 24% Rohprotein), da sonst die Sehnen & Bänder nicht mit dem Wachsen nachkommen (Gelenkerkrankungen!)
Und genau in diesem Unterschied liegt das Problem bei billigen Futtermarken, die solche Entwicklungen nicht beachten. Zwischen dem 4-9. Monat wachsen Welpen am schnellsten, aber danach dürfen große Rassewelpen nicht mehr soviel Protein zugeführt bekommen.



Füttert man also einer Dogge ein zu proteinreiches Futter, hat das Tier zwar viele Muskeln, aber das Skelett kann mit den dann überdehnten Sehnen kaum das Gewicht halten. Spätfolgen wie Haltungsschäden oder krumme Beine sind nicht selten.

Da ein junger Hund einen erhöhten Bedarf an Calcium und Phosphor hat, ist es auch nicht empfehlenswert irgendein X-beliebiges Adultfutter zu verwenden.



BEDARF an Protein:
- kleine Hunderassen (ca. 27-30% Rohprotein im Futter) : 3g pro Körpergewicht - 5kg Hund = 15g  bzw. 10kg Hund = 30g*

- große Hunderassen (max 24% Rohprotein im Futter): 2g Eiweiß pro Körpergewicht - 30kg Hund = 60g*

*bezieht sich auf verdauliches Protein !
Hier sollte man beachten, dass Protein/Eiweiß eine unterschiedliche Verdaulichkeit hat. Da der Hund vom Wolf abstammt, ist tierisches Eiweiß (ähnlich der Aminosäuren im Körper) besser als pflanzliches Eiweiß geeignet.
Wichtig: Von 100g tierischen Eiweiß werden 90% verdaut, von 100g pflanzlichen Eiweiß aber nur 60%.


Äußere Anzeichen
Für einen Mangel oder eine Überversorgung kann man oft schon äußerlich erkennen, um dem entgegenzuwirken.

Zu wenig Protein (Unter 15%)
Untergewicht, Trägheit, stumpfes Fell, schlechtes Immunsystem
--> auf Dauer Muskelschwäche möglich


Zu viel Protein:
Übergewicht, übelrichender Urin, viel Kotaufnahme (andere Tiere, eigener Kot)
- auf Dauer Gelenkerkrankungen möglich

Zu viel Protein kann also gefährlich sein, da der Stoffwechsel mit der Verarbeitung nicht hinterher kommt. Leber & Niere werden überbelastet und der Körper übersäuert (oft wird dann Kot von anderen Tieren gefressen, um dem gegenzuwirken!)



Kleine Futteranalyse 
wichtig: Rohprotein mindestens 25% im Trockenfutter. Endgewicht Hund: 10kg

3kg Welpe: 140g (Bozita), 100g (Orijen)
4kg Welpe: 160g (Bozita), 150g (Orijen)
6kg Welpe: 180g (Bozita), 170g (Orijen)

Faustregel: Je hochwertiger das Trockenfutter (viel Frischfleisch verarbeitet), desto geringer die Tagesration. Je mehr Füllstoffe (Getreide, Maiskleber, Rübenfasern) enthalten sind, desto höher die Portion.




Wieviel Fett sollte im Futter sein?
Durch Fett (Hühnerhaut = Abfall) kann ein Hersteller das Futter kalorientechnisch aufwerten, ohne dass dadurch der Nährwert verbessert wird. Ein Welpe braucht allgemein nur wenig Fett (Absetzphase), um Wärme zu produzieren. Ein Haushund benötigt somit praktisch gar kein fettiges Hundefutter (>10% Rohfett).
Ein Wert um die 8-10% ist also optimal. 
Die Hauptenergie sollte durch Proteine (Fleisch) und Kohlenhydrate (Gemüse, Kartoffeln, Reis, Nudeln) zugeführt werden. Den genauen Bedarf kann man sich hier ausrechnen lassen: Rechner






Welche Vitamine & Mineralstoffe ?
Da neben Fleisch auch Vitamine teuer im Einkauf sind, kann man bei einem proteinarmen Futter fast automatisch davon ausgehen, dass der Vitaminbedarf nicht ausreichend gedeckt ist.
Neben Kalzium und Phosphor (Knochen, Gebiss) sind bestimmte Vitamine und Mineralstoffe für die Entwicklung des Nervensystems und der Organe wichtig.

Beispiel:
Kleine Rassen (Endgewicht 10kg) benötigen in den ersten 3 Monaten ca. 450mg Kalzium und 200g Phosphor.
Große Rassen (Endgewicht 35kg) benötigen hingegen 510mg Kalzium und 240mg Phosphor.

Entwicklung:
  • Magnesium: Stoffwechsel, Nerven
  • Eisen: Vitalität (Rote Blutkörperchen, Sauerstofftransport) + Vitamin B12
  • Zink: Haut, Fell
  • Mangan:  Knorpelaufbau
  • Jod: Schilddrüsenfunktion
  • Selen: Zellschutz
  • Vitamin A: Haut, Augen, Knochenbau
  • Vitamin D3: Stoffwechsel, Kalziumaufnahme
  • Vitamin E: Zellstoffwechsel  (+Folsäure)
  • Vitamin B1: Nervensystem
  • Vitamin B2: Zellwachstum
  • Panthothensäure, Niacin: Stoffwechsel
  • Vitamin B6: Haut
  • Biotin: Haut, Fell, Krallen
  • Aminosäuren: essentiell für Stoffwechsel usw. (Arginin, Lysin, Methionin usw.)





Fleischbedarf

  • Für einen 7kg Hund (Adult, mittelaktiv) rechnet man mit einer 175g Portion (140g Fleisch + 35g Gemüse)
  • Für einen 10kg Hund (Adult, kastriert, wenig aktiv) bekommt nur 160g Futter (130g Fleisch + 30g Gemüse)
  • Für einen 25kg Hund (Adult, mäßigaktiv) bekommt 500g Futter (400g Fleisch + 100g Gemüse)
Barf-Rechner (Rohfleischfütterung)

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