Sonntag, 24. Februar 2013

Pferdefleisch (ein Skandal?)

Da die nicht so erfreuliche Umetikettierung der BEEF-Lasagne in England ja nun schon durch ganz Europa gegeistert ist, sind die Leute nun natürlich aufgebracht.

Die gute alte Rindlasagne für 1,99€ das Pfund war im Endeffekt noch kostengünstiger produziert worden, da rumänische "Fleischer" die eigenen Wildpferde-Bestände verwurstet haben.
In England wurden angeblich gute Rennpferde zwischen die Nudelplatten gegossen und auch hierdrüber war niemand erfreut. 
Wer nun von wo das Pferdefleisch geliefert hat, ist im Prinzip auch egal, die Leute haben es gegessen. Fertig.
Jetzt sollen dafür Köpfe rollen, den schließlich vertrauen wir ja alle auf die behördlichen Kontrollen.

In einigen Medien wurde nun das Thema aufgegriffen, wer an der ganzen Misere nun Schuld sei. Wenn man genauer drüber nachdenkt, sind wir alle Schuld und die Geiz-ist-Geil-Mentalität hat ihr übriges getan.

Warum?



1. Die Rohstoffe (Fleisch): Im Ostblock wird günstiger produziert und aufgrund fehlender Kontrolle (Rechtstaatlichkeit, Korruption) wurden die Wildpferde dort zu Fleisch verarbeitet. Allgemein besteht ein Grundbedarf an Pferdefleisch sowieso (siehe WIEN), jedoch aus kontrollierter öst. Zucht.

2. Der Handel: Die EU-Erweiterung hat nun einmal dazu geführt, dass Händler stets den günstigsten Einkaufsweg bevorzugen. Die Globalisierung macht es möglich: Wir kaufen die Produkte unseres Bedarfs weltweit ein. Natürlich kann und darf man nicht erwarten, dass in Rumänien ähnliche Lebensmittelkontrollen oder Hyghienebestimmungen wie in Deutschland/AT herrschen.

3. Der Kunde (Nachfrage): Sicherlich gibt es auch einige Alternativprodukte aus dem Bereich BIO oder Delikates, aber der Preis für eine echte Lasagne mit ökologischen Fleisch kostet ein Vielfaches und das sollte jedem bewusst sein.





Was kostet ein Kilo Fleisch?

Um ein Rind (700kg) zu mästen & schlachten muss man in Österreich ca. 1200€ investieren. Nach dem Schlachten bleiben dann ca. 350kg übrig, das ergibt einen kg Preis von 3,4€..
Dazu kommt dann noch der Verkauf / Vertrieb, weil der Supermarkt auch etwas verdienen will.

Jetzt nehmen wir mal an, 1 Packung Lasagne (500g) enthält höchstens 200g Rindfleisch, dann würde die Produktionskosten schon fast 0,70€ ausmachen (unverarbeitet).


Wenn man vom Endpreis 1,99€ noch die Mehrwertsteuer (Bsp. Österreich) abzieht, bleibt nicht mehr viel übrig für ein nahrhaftes Produkt (1,99€ minus 10% Mwst 0,20€ = rund 1,80€ Produktionswert)

In einer guten Lasagne sind drin:
Fleisch/Bolognese, Bechamelsoße, Tomatenmark, Karotten, Zwiebeln & Gewürze, Lasagneplatten und Unmengen Käse.

Selbst wenn man mit künstlichen Aromen einiges herausholen kann, braucht man doch Füllstoffe zwischen den Nudelplatten. Wo wird also dann gespart, wenn die Rohstoffe um die 1€ liegen (Rest= Verpackung, Vertrieb, Transport, Kühlung) ???

Von einem richtigen Skandal kann man also nicht sprechen, es ist eher eine logische Folgerung der Hersteller. In einem billigen Produkt muss auch billige Arbeit und Rohstoffe stecken, für mehr Qualität muss man mehr bezahlen. So war das schon immer und so wird das auch bleiben. (Prinzip der Wirtschaftlichkeit).





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